StEG-Bildungsorte

StEG-Bildungsorte: Ganztagsbildung aus Sicht von Schulkindern und ihren Eltern

In der dritten Förderphase von StEG (2016-2019) möchten das Deutsche Jugendinstitut (DJI) und die Philipps-Universität Marburg in der gemeinsamen Teilstudie „StEG-Bildungsorte“ den spezifischen Wert und Ertrag von Ganztagsschulen im Vergleich zu anderen Bildungs- und Betreuungssettings herausarbeiten. Daher werden im Teilprojekt auch Schülerinnen und Schüler und deren Eltern befragt, die nicht die Angebote von Ganztagsschulen nutzen. Es treten somit erstmalig bei StEG auch Familien in den Blickpunkt, die keine oder andere Bildungs- bzw. Betreuungsangebote, wie zum Beispiel den Hort, nutzen. Zwei Fragestellungen stehen dabei im Fokus: Welche Rolle spielt die Ganztagsschule bei den Bildungsentscheidungen, die in Familien getroffen werden und welche Wirkungen können unterschiedliche Bildungs- und Betreuungssettings hervorrufen?

Erfahren Sie mehr:

Ganztagsschule als Teil der Bildungsentscheidungen von Familien

Wirkungen der außerunterrichtlichen und außerschulischen Angebote

Ganztagsschulbesuch und Freizeit- und Bildungsaktivitäten

Das Konzept der Studie

Ganztagsschule als Teil der Bildungsentscheidungen von Familien

Entscheidungen darüber, welche Schule und welche außerschulischen Bildungs- und Betreuungsangebote das eigene Kind besuchen soll, werden in der Regel im Rahmen der Familie getroffen. Sie hängen von den regionalen Angebotsstrukturen und von den Vorstellungen, Wünschen und Erwartungen der einzelnen Familienmitglieder ab. Auch der Informationsstand über einzelne Angebote sowie die soziale Lage und der Lebensstil der Familie sind relevante Aspekte. In StEG-Bildungsorte untersuchen wir, welche Vorstellungen zur individuellen Förderung der Kinder Familien haben und inwieweit die Angebote von Ganztagsschulen in diesen Überlegungen vorkommen. Von Interesse ist, welche Rolle schulische Ganztagsangebote bei der Entscheidung für eine konkrete weiterführende Schule spielen. Ziel der Studie ist auch, auf lange Sicht zu überprüfen, ob die Familien diesbezügliche Absichten letztendlich umgesetzt haben und welche Faktoren hierfür entscheidend waren.

 Wirkungen der außerunterrichtlichen und außerschulischen Angebote

StEG untersuchte von Anfang an die Wirkungen der Teilnahme an schulischen Ganztagsangeboten. Im Teilprojekt StEG-Bildungsorte wird es möglich sein, diese mit der Wirkung anderer Bildungs- und Betreuungsangebote zu vergleichen. Schülerinnen und Schüler, die keine schulischen Ganztagsangebote nutzen, können außerhalb der Schule auch an diversen Bildungs- und Freizeitaktivitäten (z.B. im Hort, im Jugendverband) teilnehmen. Im Rahmen der Studie werden die verschiedenen Teilhabemuster der Schülerinnen und Schüler ermittelt und geprüft, ob sie sich z.B. im Hinblick auf persönliche Merkmale oder sozio-ökonomische Faktoren unterscheiden. Es gibt zwei Befragungen im Abstand von einem Jahr, um zu untersuchen, ob die verschiedenen Teilhabemuster mit unterschiedlichen Wirkungen in Beziehung stehen. Dabei knüpft die Studie an bisherige StEG-Analysethemen, wie z.B. den Zusammenhang mit Schulnoten, Selbstkonzept und soziale Kompetenzen.

 Ganztagsschulbesuch und Freizeit- und Bildungsaktivitäten

Angelehnt an die voran gegangenen Fragestellungen werden mit einem eigenen Schwerpunkt die Aus- und Wechselwirkungen des Ganztagsschulbesuchs auf außerschulische Freizeit- und Bildungsaktivitäten sowie Sozialbeziehungen analysiert. Es geht dabei um die Frage, wie sich längere Schulzeiten und die Teilnahme an außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten auf die Freizeitaktivitäten, die Teilnahme an organisierten Angebote bspw. der Jugendarbeit, der Sportvereine oder auch der Kunst- und Musikschulen auswirken. Weiterhin geht es darum, inwieweit ein Ganztagsschulbesuch Einfluss auf Ausgestaltung und Intensität von Peerbeziehungen hat.

Wie intensiv ist die zeitliche Einbindung der Ganztagsschülerinnen und Ganztagsschüler durch Ganztagsschulangebote? Inwieweit erweitern sich durch das Ganztagsschulangebot Lern- und Bildungswelten und liegt hierbei eine spezielle Möglichkeit für finanziell schwache Familien? Hierzu erfasst die Studie detailliert schulische und außerschulische Aktivitäten sowie innerschulische und außerschulische Freundschaftsbeziehungen, mit dem Ziel, Profile und mögliche Unterschiede herauszuarbeiten. Anschließend wird über den Zeitraum eines Jahres untersucht, inwieweit sich diese Profile verändern, und welchen Einfluss neben soziodemografischen Merkmalen und der soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler die Ganztagsschule darauf hat.

 Das Konzept der Studie

Anders als bislang in StEG gehandhabt, sucht StEG-Bildungsorte den Kontakt zu den Schülerinnen, Schülern und ihren Eltern nicht über Schulen. Das Teilprojekt bezieht seine Stichprobe vielmehr über den seit 2009 laufenden DJI-Survey AID:A. Der Zugang zu der gewünschten Zielgruppe von 8- bis 14-Jährigen und ihren Eltern erfolgt über standardisierte Telefoninterviews, die rund 15 bis 30 Minuten dauern. Die erste Befragung erfolgt im Frühjahr 2017 und soll sich an rund 7.000 Familien richten. Die zweite Befragung derselben Haushalte findet im Frühjahr 2018 statt. Für die Fragestellung „Ganztagsschulen als Teil der Bildungsentscheidungen von Familien“ sollten sich die Kinder zum ersten Befragungszeitpunkt möglichst im letzten Grundschuljahr vor dem Übertritt in die Sekundarstufe I befinden. Für die Fragestellung „Wirkungen der außerunterrichtlichen und außerschulischen Angebote“ sollten die Jugendlichen zum ersten Befragungszeitpunkt möglichst am Beginn der Sekundarstufe I stehen.

  Wo erhalte ich weitere Informationen?

Inhaltliche Fragen beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Jugendinstituts (DJI) München. Sie erreichen uns unter der E-Mail steg@dji.de.

Weitere Informationen zur Fragestellung „Ganztagsschulbesuch und Freizeit- und Bildungsaktivitäten“ erhalten Sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Philipps-Universität Marburg. Ihre Ansprechpartnerin ist hier Nicole Mink. Sie erreichen sie unter der E-Mail nicole.mink@staff.uni-marburg.de.