StEG-Lesen

StEG-Lesen: Förderung der Lesekompetenz an Grundschulen durch innovative Arbeitsgemeinschaft im Ganztag

Das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der TU Dortmund und das Institut für Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Freiburg führen in der dritten Förderphase von StEG (2016-2019) gemeinsam die Teilstudie „StEG-Lesen“ durch. Im Rahmen des Projektes wird mit einem Team aus Praxisexpert/inn/en und Wissenschaftler/inne/n eine Arbeitsgemeinschaft (AG) zur Leseförderung in Ganztagsschulen konzipiert. Zielgruppe sind Viertklässler an dreißig offenen oder teilgebundenen Ganztagsgrundschulen. In enger Zusammenarbeit mit den Schulen wird die AG durchgeführt, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Das Team will herausfinden, wie Angebote zur Leseförderung gestaltet werden müssen, damit die Schülerinnen und Schüler in Kombination mit dem regulären Schulunterricht besonders erfolgreich lernen. So soll handlungsweisendes Wissen über Gestaltungserfordernisse lernwirksamer Angebotsformen zur Leseförderung in Verbindung mit dem Fachunterricht generiert werden, um letztlich daraus praxisorientierte Maßnahmen ableiten zu können.

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Lesen als Schlüsselkompetenz – Welche Rolle kann der Ganztag spielen?

Wissenschaft und Praxis konzipieren gemeinsam eine AG zur Leseförderung

Lesen als spannendes Abenteuer: Detektivgeschichten

Die Umsetzung in den Schulen

Lesen als Schlüsselkompetenz – Welche Rolle kann der Ganztag spielen?

Lesen zu lernen ist eines der wichtigsten Ziele in der Grundschule. Die Fähigkeit, sich selbst Texte zu erschließen, ist nicht nur für nahezu alle Schulfächer von zentraler Bedeutung, sondern ebenso im Alltag außerhalb der Schule. Eine Schlüsselrolle beim Erwerb von Lesekompetenzen kommt dem Deutschunterricht zu. Darüber hinaus könnte der erweiterte Zeitrahmen an Ganztagsschulen dazu genutzt werden, die Kinder dazu zu motivieren, auch außerhalb der Schule zu lesen und ihre Lesefähigkeiten durch jeweils auf sie abgestimmte Maßnahmen zu fördern. An vielen Schulen finden außerunterrichtliche Lernarrangements zu ganz unterschiedlichen Themenbereichen in Form von Arbeitsgemeinschaften statt. Befunde aus einer früheren StEG-Untersuchung zeigen, dass Schüler/innen besuchte Leseangebote im Ganztag zwar positiv bewerten, sich ihre Lesekompetenzen dadurch jedoch nicht verbessern. Daher zielt die im Rahmen der Teilstudie StEG-Lesen entwickelte AG zur Leseförderung darauf ab, Material zu entwickeln, das Kinder mit unterschiedlich ausgeprägtem Leseverständnis anspricht und eine individuelle Förderung wie auch eine enge Verzahnung mit dem Fachunterricht ermöglicht.

Wissenschaft und Praxis konzipieren gemeinsam eine AG zur Leseförderung

Gemeinsam mit Expert/inn/en aus der Fachdidaktik und der schulischen Praxis entwickeln die Forscher/innen des StEG-Teams in der Konzeptionsphase (1. Halbjahr 2016) die förderorientierte Arbeitsgemeinschaft zum Leseverständnis. Das schulische Personal, das die AG in den Schulen durchführt, wird im Vorfeld intensiv geschult. Darüber hinaus erhalten die Schulen ein auf der Basis wissenschaftlicher Befunde zur Leseförderung entwickeltes Manual, das Hinweise zur Durchführung, Texte sowie Arbeitsaufgaben enthält, dabei aber genug Spielraum lässt, flexibel auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Bedürfnisse in den verschiedenen Lerngruppen einzugehen. Bei Beratungsbedarf können sich die Schulen an das StEG-Team sowie an die Praxisexperten wenden.

Lesen als spannendes Abenteuer: Rätsel lösen und Geheimnisse lüften

 Für die Arbeitsgemeinschaft werden Rätselgeschichten konzipiert, die an die Lebenswelt der Kinder angelehnt sind und von den Schüler/inne/n zu lösende Aufgaben enthalten. Die Texte und die damit verbundenen Arbeitsaufträge sind unterschiedlich schwierig und komplex, die angebotenen Materialien vielfältig (u. a. Zeitungsartikel, Hörproben). Die Geschichten sind so gestaltet, dass sie erst gelöst werden können, wenn alle Aufgaben (die leichten und die schweren) bearbeitet sind. So können sich sowohl Schüler/innen, die schon sehr gut lesen können als auch solche, die noch nicht über eine hohe Lesekompetenz verfügen, an der Lösung der Fälle beteiligen. Im Verlauf der Arbeitsgemeinschaft lernen die Kinder neben dem stillen, individuellen Lesen weitere Lesemethoden (z. B. Tandemlesen, Reziprokes Lesen) wie auch Lesestrategien kennen, die es ihnen ermöglichen, sich gegenseitig im Lernprozess zu unterstützen.

Die Umsetzung in den Schulen

Die AG zur Leseförderung wird in zwei Phasen an den Schulen umgesetzt. Dazu werden die teilnehmenden Schulen in zwei Gruppen unterteilt. Die erste Hälfte führt die Arbeitsgemeinschaft im ersten Schulhalbjahr 2016/17 durch, die andere Schulgruppe im ersten Schulhalbjahr 2017/18. So ist jede Schule einmal durchführende Schule und einmal Vergleichsschule. Die Durchführung der AG wird wissenschaftliche begleitet. Erfahrungen aus der ersten Umsetzungsphase werden genutzt, um das AG-Konzept für die zweite Phase anzupassen und zu verbessern. Um die Lernwirksamkeit zu messen, werden die Lesekompetenzen der Schüler/innen vor und nach der Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft mit standardisierten Leistungstests getestet und mit der Leistungsentwicklung der Kinder an den Schulen verglichen, die die AG in diesem Zeitraum nicht durchgeführt haben.