StEG-Q: Das Studiendesign

In StEG-Q untersuchen wir detailliert den Alltag an mehreren Ganztagsschulen – vier Primarschulen und acht Schulen der Sekundarstufe I. Um einen besonders umfassenden Einblick zu erhalten, kombinieren wir dafür drei verschiedene Methoden: In persönlichen Interviews befragen wir einzelne Personen ganz detailliert. Ausgewählte Themen werden außerdem in Kleingruppen diskutiert; und schließlich nehmen Mitglieder des StEG-Teams als Beobachter an Ganztagsangeboten teil.

Erfahren Sie mehr:

> über Ablauf und Hintergründe der Einzelinterviews
> dazu, wie Gruppendiskussionen und teilnehmende Beobachtung die Interviews ergänzen
> darüber, wie wir diese Teilstudie mit den anderen Projekten von StEG verknüpfen

Einzelinterviews: Die individuelle Perspektive

In den Einzelinterviews berücksichtigen wir die Perspektiven aller Beteiligten – der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte sowie des weiteren pädagogisch tätigen Personals. Hierbei interessiert uns besonders die individuelle Wahrnehmung der Einzelpersonen: Wie bewerten sie die Situation an ihrer Schule? Und welcher Zusammenhang besteht zwischen dieser Einschätzung und der Bewertung einzelner Ganztagsangebote?

Den Gesprächsverlauf steuern die Befragten größtenteils selbst: In einem ungezwungenen Gespräch berichten sie von ihren Erfahrungen und Bewertungen. Dadurch entstehen Spielräume für die unterschiedlichsten Antworten. Vorab legen wir lediglich ausgewählte Eckpunkte in einem Leitfaden fest. Er hilft den Interviewerinnen und Interviewern dabei, alle wichtigen Themen im Hinterkopf zu behalten und bei Bedarf gezielt anzusprechen.

Gruppendiskussionen: Wahrnehmung im Dialog

Auch in den Gruppendiskussionen der Schülerinnen und Schüler geht es um individuelle Sichtweisen. Ziel ist ein möglichst unverfälschter Austausch, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufeinander reagieren, ihre Aussagen aufeinander beziehen und sich gegenseitig Denkanstöße liefern. Auf diese Weise entwickeln sie nach und nach eine gemeinsame Bewertung, die sich meist erheblich von den Bewertungen der Einzelnen unterscheidet. Dadurch ergänzen die Gruppendiskussionen die Aussagen aus den Einzelinterviews.

Bei jeder Diskussionsrunde ist zwar ein Mitglied des StEG-Teams anwesend, um den Austausch zu dokumentieren und bei Bedarf wichtige Themen ins Gespräch einzubringen; allerdings hält sich der oder die Erwachsene im Hintergrund, um die Diskussion so wenig wie möglich zu beeinflussen.

Teilnehmende Beobachtung: Konkrete Prozesse

Mithilfe einer dritten Methode wollen wir schließlich herausfinden: Wie gehen die Schülerinnen und Schüler in der Praxis miteinander um? Wie verhalten sie sich gegenüber Lehrkräften und weiterem pädagogisch tätigem Personal? Und wie begegnen diese umgekehrt den Kindern und Jugendlichen? Erste Studien zum Thema liefern Hinweise darauf, dass die individuellen Rollen in den Ganztagsangeboten weit weniger festgelegt sind als im Unterricht. So wird die Lehrkraft beispielsweise im außerunterrichtlichen Bereich zumeist gar nicht als solche wahrgenommen.

Befunden dieser Art wollen wir in StEG weiter nachgehen. Daher besuchen Mitglieder des StEG-Teams die verschiedenen außerunterrichtlichen Angebote, um die es auch in den Einzelinterviews und Gruppendiskussionen geht. Ihre Beobachtungen dokumentieren sie, um sie für weitere Analysen zugänglich zu machen.

Bewusste Überschneidung

Für StEG-Q befragen wir Schülerinnen und Schüler der Primarstufe und der Sekundarstufe I, ihre Lehrkräfte sowie die Betreuerinnen und Betreuer aus den Ganztagsangeboten. Wir untersuchen also dieselben Klassenstufen wie StEG-P und StEG-S. Wie die beiden anderen Forschungsteams befragen auch wir mehrfach dieselben Personen: Über die Zeit hinweg führen wir insgesamt dreimal eine Reihe von Einzelinterviews, Gruppendiskussionen und teilnehmenden Beobachtungen durch – jeweils im Abstand von einem Jahr. Erst durch diese Parallelen können wir Erkenntnisse aus allen Teilprojekten sinnvoll miteinander verknüpfen.

Die Teilnehmerzahl können wir dabei relativ gering halten: Wie aussagekräftig die Ergebnisse sind, hängt bei Untersuchungen auf individueller Ebene nicht so sehr von der Anzahl der Befragten ab; wichtiger ist, dass wir eine große Bandbreite möglichst unterschiedlicher Ganztagsschulen einbeziehen.