StEG-Tandem

StEG-Tandem: Konzeptionelle Weiterentwicklung von Lern- und Übungszeiten durch kooperative Lernformen

In der dritten Förderphase von StEG (2016-2019) möchten das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und die Universität Kassel in der gemeinsamen Teilstudie StEG-Tandem eng mit sechs ausgewählten integrierten Ganztagsschulen zusammen arbeiten. StEG-Tandem befasst sich mit der Konzeption und Evaluation einer Schulentwicklungsmaßnahme zur Gestaltung von Lern- und Übungszeiten an Ganztagsschulen. Im Rahmen der Studie wird gemeinsam mit den Schulen ein Konzept zur Einführung kooperativer Lernformen (z.B. Lernen in Tandems oder Kleingruppen, d.h. Schüler helfen Schülern) in Lern- und Übungszeiten ausgearbeitet. Dabei soll Handlungswissen für die Ganztagsschulpraxis entstehen. Die Umsetzung des Konzepts wird anschließend wissenschaftlich begleitet. Zielgruppen sind die fünften Jahrgänge von maximal sechs integrierten Gesamtschulen.

Erfahren Sie mehr:

Lern- und Übungszeiten an Ganztagsschulen

Kooperatives Lernen: Arbeit in Tandems während der Lern- und Übungszeiten

Wissenschaft und Praxis entwickeln gemeinsam ein Konzept

Das Konzept der Studie

Lern- und Übungszeiten an Ganztagsschulen: ein fester Bestandteil des Schulalltags

Zusätzliche Lern- und Übungszeiten an Ganztagsschulen haben das Potential ideale Voraussetzungen für individuelle Förderung zu bieten – wenn sie richtig genutzt werden. In den Lern- und Übungszeiten, die Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum Unterricht in der Schule verbringen, können sie einzeln gefördert werden, im Unterricht behandelte Themen vertiefen und bei den Hausaufgaben betreut werden. Bestrebungen, die zusätzlichen Lernzeiten ausdrücklich in den Schulalltag zu integrieren, sind deshalb häufig in Qualitätsrahmen für Ganztagsschulen und auch in einigen Landesschulgesetzen festgelegt. Befunde aus früheren Förderphasen der StEG zeigen, dass bundesweit inzwischen an circa 70 Prozent der Schulen mit Sekundarstufe I die Hausaufgabenbetreuung bzw. Lern- und Übungszeiten ein fester Bestandteil des Ganztagsschulprogramms sind. Dennoch haben vorangegangene Studien gezeigt, dass Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Schülerinnen und Schüler und Eltern mit der gegenwärtigen Ausgestaltung der Hausaufgabenbetreuung bzw. Lern- und Übungszeiten häufig unzufrieden sind.

 Kooperatives Lernen: Arbeit in Tandems während den Lern- und Übungszeiten an Ganztagsschulen

An Schulen, die bereits Konzepte von Lern- und Übungszeiten umsetzen, bewerten Schülerinnen und Schüler diese positiver, wenn sie sich mit anderen Lernenden austauschen können und zusätzlich fachliche Unterstützung erhalten. Ziel der Teilstudie StEG-Tandem ist es deshalb, mit den an Ganztagsschulen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein neues Konzept für die Lern- und Übungszeiten der Jahrgangsstufe 5 zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kooperativen Lernformen: Während der Lern- und Übungszeiten haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, gemeinsam in Tandems zu lernen. Dabei werden sie von älteren Schülerinnen und Schülern, den sogenannten Mentoren, unterstützt.

Die Lern-Tandems sollen die Schülerinnen und Schüler für schulische Aufgaben motivieren, indem sie ihren sozialen Bedürfnissen gerecht werden: Beim gemeinsamen Arbeiten tauschen sich die Kinder gezielt aus und helfen sich gegenseitig beim Lernen. Den Mentoren wird durch ihre Teilnahme und Mitgestaltung der Lern- und Übungszeiten ebenfalls die Gelegenheit gegeben, soziale Kompetenzen auszubauen und zu vertiefen.

 Wissenschaft und Praxis entwickeln gemeinsam ein Konzept zur Umgestaltung von Lern- und Übungszeiten

Das Konzept zur Umgestaltung der Lern- und Übungszeiten wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ausgewählten Schulen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des StEG-Teams entwickelt. Die Grundlage dafür bildet ein Leitfaden, der unter Beachtung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse darlegt, wie kooperative Lernformen in Lern- und Übungszeiten eingebracht und umgesetzt werden können. Abgesehen von einigen vorgegebenen Elementen können die teilnehmenden Schulen den Leitfaden an ihre jeweilige Situation und spezifischen Wünsche anpassen. Beratend stehen den Schulen dabei neben dem Forscherteam erfahrene Praxisexperten zur Seite.

Das Konzept der Studie

Die Studie umfasst drei Phasen: Die Studie beginnt mit der Konzeptionsphase (Schuljahr 2016/17). Während dieser Phase soll mithilfe eines ausgewählten Teams der jeweiligen Schule ein bestehender Leitfaden zur Umsetzung von kooperativen Lernformen in Übungs- und Lernzeiten an die jeweiligen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Schule angepasst und weiterentwickelt werden. Dabei stehen dem jeweiligen Schulteam externe Berater und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsteams beratend zur Seite. Anschließend folgt die Erprobungsphase: Während des ersten Halbjahres im Schuljahr 2017/18 wird die gemeinsam entwickelte Maßnahme in der fünften Jahrgangsstufe eingeführt und in enger Begleitung durch die beratenden Experten bei Bedarf verändert und noch stärker auf die schulspezifischen Voraussetzungen zugeschnitten. Abschließend wird die Maßnahme während der Umsetzungsphase im zweiten Halbjahr 2017/18 in der Schule selbstständig weiter in der fünften Jahrgangsstufe umgesetzt. Die Weiterentwicklung während der Konzeptionsphase, die Erprobung und die Umsetzung der Maßnahme werden durch regelmäßige Beobachtungen und Befragungen evaluiert.